Mittwoch, Juli 16, 2003

Ein paar Antworten zum "Anstoßen" und "Absetzen"
Zum Beispiel von Dr. Beer:

Jedem Land, jeder Region, jeder Kneipe seine eigene Trinkkultur! Eigentlich gibt es keine allgemeinen Regeln für die Zeremonie des Zuprostens. Es gibt Länder, da schaut man sich in die Augen beim Zuprosten. In anderen wiederum gilt es als schlechte Sitte, wenn man mit Bier und Wein zuprostet. Und eine Anleitung über korrektes Zuprosten ist mir auch schon begnegnet, wo definiert wird, auf welcher Höhe das Glas sein sollte, bevor man mit den Gläsern anstösst, trinkt und erst wenn alle einen Schluck genommen haben, das Glas abstellen darf. Zeremonien gibt es sehr viele.

Woher der von Dir beschriebene Brauch stammt, kann ich leider nicht genau beantworten. Es könnte jedoch folgende Gegebenheit dazu geführt haben...

Die Zimmerleute und Maurer konnten sich noch nie recht leiden. Wenn sich nun aber bei einem Richtfest alle zusammen mit dem Bauherren getroffen und gefeiert haben, mussten sie auch miteinander anstossen. Mit dem Absetzen haben sie das aber wieder aufgehoben.

oder...

Da beim Anstossen der Gläser ein bisschen Bier überschwappen kann, ist es sicherlich nicht schlecht, wenn man diesen Biertropfen durch Abstellen des Glases auf einen Bierfilz abwischt, statt dass dieser dann auf dem schönen Hemd zu sehen ist. Früher trank man noch vermehrt dunkle Lagerbiere und diese konnten schon rechte Flecken geben. Ein gezapftes Pils hat darum zum Beispiel einen "Kragen" resp. Manchette am Bierglasfuss. Dies vermeidet Tropfen auf Hose und Hemd.


Desweiteren hat mir ein Freund folgende Theorie mitgeteilt:
Irgendwann früher haben nur die hohen Herrschaften angestoßen. Da sich das Volk benachteiligt fühlte, hat es auch irgendwann angestoßen. Wenn dann ein Hochherrschaftlicher mit einem aus dem Volk angestoßen hat, setzte er das Glas noch einmal ab, um dem Vorgang einen symbolischen Bruch zu geben und das Anstoßen mit dem Volksvertreter nicht auf die gleiche Stufe zu erheben wie mit Vertretern des gleichen Standes.
Interessante Erklärungen sind zu jeder Zeit herzlich willkommen. Interessant wären auch die verschiedenen Ausdrucksweisen dazu. Wie z.B. "erden", wohl aus dem Ruhrpott stammend.

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