Mittwoch, Juli 16, 2003

Ich komme der Antwort näher
Anstoßen konnte Leben retten
Wissen Sie eigentlich, warum man beim Trinken anstößt? Und warum es dabei früher oft ums Ganze ging?

27.11.2002
Die Sitte, einander zuzuprosten und auf das gegenseitige Wohl zu trinken, reicht weit zurück, und ebenso lange gibt es auch Trinksprüche. Schon Homer berichtete über die Zeremonien der alten Griechen beim Trinken: Der Herr des Hauses schenkte ein, vergoss einige Tropfen zu Ehren der verschiedenen Gottheiten, trank einen Schluck auf die Gesundheit eines Gastes und reichte die Schale weiter.
Bei den Kelten und Germanen ging es etwas derber zu: Die Gelage arteten oft in ein Handgemenge aus, so dass Karl der Große seinen Kriegern in der Armee das Zuprosten verbot. Im Mittelalter dann, also in vor-demokratischer Zeit, hatte das Anstoßen eine andere, ganz besondere Bewandtnis: Meinungsverschiedenheiten oder Machtkämpfe wurden bekanntermaßen gern handgreiflich ausgetragen.
Eine nicht ungewöhnliche Methode, den Gegner aus dem Feld zu räumen, war die Verabreichung von Gift. Um nun sicher zu gehen, dass man beim Trinkgelage nicht einem Mordanschlag zum Opfer fallen würde, wurden die schweren Bierkrüge aneinander gestoßen. Dabei schwappte das Bier von einem Krug in den anderen. Wer also dem Feind Gift ins Bier geschüttet hatte, lief Gefahr, selbst einen Schluck in den Krug zu bekommen. Und wer nicht anstieß, machte sich höchst verdächtig.
Aus: "Unser Bier" Winter 2002
Deutsches Bier

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